Die verbreitetste Schuld der Schweiz

Von A. Sfez · Aktualisiert am 13. August 2026

Die Schweiz hat den Ruf eines Sparerlandes, doch ihre Verschuldungsstatistik erzählt eine nuanciertere Geschichte: 40.9 % der Bevölkerung leben in einem Haushalt, der mindestens eine Form von Schuld trägt. An der Spitze der von der Bundeserhebung erfassten Schuldenarten steht weder die Kreditkarte noch der Kleinkredit, sondern das Autoleasing: 14.5 % der Bevölkerung leben in einem Haushalt, der eines hält. Weder Drama noch Nebensache: Hier ist die genaue Tragweite dieser Zahlen, und was sie nicht sagen.

Das Podium der Schweizer Schulden

Anteil der Bevölkerung, der in einem betroffenen Haushalt lebt, gemäss der Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC 2022) des BFS, ohne Hypothek auf dem Hauptwohnsitz:

SchuldenartBetroffene Bevölkerung
Fahrzeugleasing14.5 %
Hypothek auf einer Zweitwohnung12.6 %
Zahlungsrückstände12.1 %

Eine Person von sieben lebt also mit einem Autoleasing im Haushalt. Was auffällt, ist die Banalisierung: Diese Schuld wird in einer Stunde beim Händler unterschrieben, ohne Umweg über eine Bank, und wird dennoch wie jeder Kredit der ZEK-Zentrale gemeldet, mit denselben Folgen für Ihre künftige Kreditfähigkeit.

Die Grenzen der Statistik

Eine Schuld zu haben heisst nicht, überschuldet zu sein. Ein Leasing, das jeden Monat bedient wird, ist eine Verpflichtung, kein Problem. Die Schwierigkeiten zeigen sich anderswo in der Erhebung: 12.1 % der Bevölkerung leben in einem Haushalt mit mindestens einem Zahlungsrückstand, und die beiden häufigsten Rückstände betreffen die Steuern (5.5 %) und die Krankenkassenprämien (4.4 %). Ein Detail, das den Leserinnen und Lesern dieser Website bekannt vorkommen dürfte: Es sind genau die beiden Posten, die unser Budget-Tool als Erstes abzieht, weil sie in der Schweiz nicht an der Quelle abgezogen werden und optimistischen Budgets um die Ohren fliegen.

Das konjunkturelle Signal ist dagegen weniger beruhigend: Das Jahr 2024 brach Rekorde mit rund 3.3 Millionen Zahlungsbefehlen (+8.5 % innert Jahresfrist). Die Sicherheitsmarge der Haushalte schrumpft, und eine ohne Reserve unterschriebene Verpflichtung über 48 Monate ist der erste Kandidat für Schwierigkeiten.

Die praktischen Lehren

Die Reserve vor der MonatsratePrüfen Sie, was Ihr Budget wirklich trägt
Quellen
BFS, Erhebung SILC 2022, Modul Verschuldung (9 000 befragte Haushalte); Zusammenfassungen von swissinfo und Artias (beide auf Französisch).Betreibungen 2024: Bundesstatistik der Betreibungsämter (Zahlungsbefehle, Pfändungen), Anfang 2025 von der Presse aufgegriffen.

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