Von A. Sfez · Aktualisiert am 13. August 2026
Drei Zahlen kursieren zum Leasing in der Schweiz, alle korrekt und auf den ersten Blick unvereinbar. Über 40 % der Neuwagen werden per Leasing finanziert, eine der höchsten Quoten Europas. Eine im Sommer 2025 publizierte Umfrage des TCS zeigt jedoch, dass 80 % der Fahrerinnen und Fahrer nach eigenen Angaben den Barkauf bevorzugen. Die eidgenössische Verschuldungsstatistik setzt das Autoleasing an die Spitze der erfassten Schuldformen: 14.5 % der Bevölkerung leben in einem Haushalt, der ein solches trägt. Wem soll man glauben? Allen dreien.
Das Paradox löst sich auf, sobald man die Grösse der verglichenen Gruppen betrachtet. 2025 hat die Schweiz 233 737 Neuwagen immatrikuliert, der tiefste Stand seit über 25 Jahren, die Pandemie ausgenommen, bei einem Bestand von rund 4.8 Millionen Personenwagen. Der Neuwagen macht also jedes Jahr nur einen kleinen Teil der Autos im Verkehr aus. Das Leasing kann gleichzeitig bei den Neuwagenkäufern in der Mehrheit und unter der Gesamtheit der Fahrerinnen und Fahrer in der Minderheit sein, von denen die meisten eine Occasion fahren oder ein vor Jahren gekauftes Auto: Das Durchschnittsalter des Bestands liegt inzwischen bei 10.5 Jahren, gegenüber 7.4 Jahren im Jahr 2000.
Anders gesagt: Der Occasionsmarkt, auf dem der Grossteil der Transaktionen bar bezahlt wird, ist der Alltag der Mehrheit. Das Leasing wiederum ist das dominierende Eingangstor zum Neuwagen, dessen Durchschnittspreis heute 61 000 Franken übersteigt, ein Betrag, den nur wenige Haushalte einfach vom laufenden Konto nehmen.