Der Durchschnittspreis eines Neuwagens liegt in der Schweiz inzwischen bei CHF 61’100, und Modelle unter CHF 20’000 machen nur noch 2.5 % des Angebots aus. In zwanzig Jahren ist der Neuwagen vom grossen, aber gewöhnlichen Kauf zum Produkt der oberen Preisklasse geworden. Das Land passt sich an, und die Zahlen erzählen wie.
Drei verschiedene Preise, drei Realitäten
- CHF 61’100: der Durchschnittspreis eines verkauften Neuwagens, nach oben gezogen durch die Dominanz von SUV und Premium in den Verkäufen (das Spitzentrio 2025: VW Tiguan, Tesla Model Y, Mercedes GLC).
- CHF 45’000: das «Referenzfahrzeug» des TCS für seine Kostenrechnungen, ein vernünftiges Mittelklasseauto. Nach einem Sprung um 3 000 Franken fiel der Anstieg für 2026 mit 600 Franken moderat aus.
- CHF 48’000: der Durchschnittswert der tatsächlich im Verkehr stehenden Autos gemäss den Versicherungsdaten der AXA, 2 000 Franken tiefer als ein Jahr zuvor: Die Schweizerinnen und Schweizer wenden sich von den teuersten Autos ab.
Die Differenz zwischen der ersten und der dritten Zahl fasst die Lage zusammen: Was beim Händler verkauft wird, entfernt sich von dem, was das Land tatsächlich fährt.
Wie sich das Land anpasst
- Es kauft weniger Neuwagen. 233 737 Zulassungen im Jahr 2025, ein Rückgang um 2.4 %: ausserhalb der Pandemiejahre der tiefste Stand seit über 25 Jahren.
- Es behält seine Autos länger. Das Durchschnittsalter der Flotte ist von 7.4 Jahren im Jahr 2000 auf heute 10.5 Jahre gestiegen. Das Auto, das lange hält, ist zur ersten Antwort auf die Teuerung geworden, und oft ist es die rationalste: Einmal bezahlt, fährt es zu reinen Betriebskosten.
- Es finanziert, statt zu bezahlen. Über 40 % der Neuwagen laufen über Leasing: Wenn der Preis ein Median-Jahreseinkommen übersteigt, wird die Monatsrate zur einzigen Zahl, auf die der Kunde schaut. Genau diese Verschiebung der Aufmerksamkeit will die Methode korrigieren.
Die Folgen für den Käufer
- Der Restwert wird zum Kern des Vertrags. Bei einem Auto für CHF 61’100 entspricht ein Prozentpunkt Restwert mehr als 600 Franken. Optimistische Restwerte fabrizieren vorzeigbare Monatsraten; der Ratgeber zum Restwert erklärt, wer die Differenz bezahlt.
- Junge Occasionen profitieren vom Mangel an erschwinglichen Neuwagen: Die Nachfrage verlagert sich dorthin, die Preise bleiben fest, und die Differenz zwischen Neuwagen und 3-4 Jahre alter Occasion bleibt der grösste Sparhebel, der einem Haushalt zur Verfügung steht.
- Der Wechsel in eine tiefere Klasse ist der Rabatt, den niemand anbietet. Kein Verkäufer wird Ihnen den Kompaktwagen für CHF 38’000 anstelle des SUV für CHF 65’000 vorschlagen; der Ratgeber zum Preis der Eitelkeit beziffert, was diese Wahl freisetzt.
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